Warum nicht lachen nach dem Weinen….. Umgang mit Trauer, Wut und dem Leben danach:

Sendung im Radio SWR2 Tandem:
Am Donnerstag, 26. Juni 2014 wurde um 10.05 Uhr im SWR2 Tandem eine Sendung mit einem Text von mir ausgestrahlt.
Der Titel lautet:
„Meine Art zu trauern und das Leben feiern
Witwe sein im ersten Jahr“
Von Christina Frischherz

Auf der folgenden SWR 2 Internetseite wird die Sendung zum Anhören gespeichert

Das darauf folgende Interview mit mir kann man hier anhören:

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Es wurde mir im Laufe der Monate seit Michaels Tod immer klarer, dass es keine allgemein gültigen Rezepte und Anleitungen dafür gibt, wie man mit dem Tod eines nahen Menschen umgeht. Sogar innerhalb der Familie, wo es um denselben Verstorbenen geht, ist es nicht für alle gleich, wie sie das verarbeiten. Es gibt wohl so viele verschiedene Arten mit dem Tod eines geliebten Menschen umzugehen, wie es Menschen auf Erden gibt. Und jede Art ist „richtig“ – wenn auch vielleicht für die Umgebung diese Art nicht nachvollziehbar ist.

Und – in letzter Konsequenz bist du alleine – niemand fühlt so wie du.
Und ganz besonders keiner, der nicht selber Ähnliches erlebt hat. Der Tod eines so vertrauten, geliebten Menschen ist mit nichts anderem vergleichbar. Es ist nicht vorstellbar, wie sich das anfühlt, wenn man es nicht erfahren hat.
Trotz aller Freunde, aller Unterstützung, die mir glücklicherweise widerfahren ist – es gibt keinen Trost – wie es in einem der Bücher steht!
Die Wellen kommen, überrollen dich und sind manchmal kaum auszuhalten. Und über allem liegt eine immense Schwere, ein dunkler Nebel, der sich auch körperlich zeigen kann.

Ich erlebte mich die ersten Monate als sehr, sehr dünnhäutig. Jede kleinste Erschütterung, ein falsches Wort, eine Abweichung aus dem Geplantem erforderte viel Energie von mir. Ich brauchte so viel Kraft, um mich aufrecht und halbwegs in Balance zu halten und nicht im Chaos unterzugehen. Ich fühlte mich manchmal wie ein Blatt im Wind, das herumgetrieben wird und sich nirgends festhalten kann.

Und nur mein Mich-immer-wieder–selber-Erinnern an ein Vertrauen in etwas Größeres, sowie Hingabe und Loslassen halfen mir da weiter.
Das Thema „Vertrauen“ ist da besonders wichtig – sich in den Strom des Lebens reinfallen zu lassen und zu versuchen zu vertrauen, dass man gehalten ist.
Die Dünnhäutigkeit kann so weit gehen, dass alles, was auf einen zukommt, geradewegs in den Körper einzudringen scheint – egal, ob es Musik, Lärm, ein nettes Gespräch – oder ein unangenehmes – ein geglückter – oder ergebnisloser – Telefonanruf ist – alles „betrifft“ – im wahrsten Sinn des Wortes – und trifft tief drinnen – egal ob positiv oder negativ – man spürt einfach alles sehr, sehr intensiv – und das ist so anstrengend.

Für mich hat sich so vieles, was so über Trauerjahr, Trauerzeit und so beschrieben wird, als völlig anders herausgestellt. Meine – wirklich völlig unerwarteten und damit anscheinend von irgendwoher „gelenkten und geführten“ – Begegnungen mit anderen (ganz besonders die mit meinem neuen Partner) konnten wohl kein Zufall sein, stellten damit alles, was mir so zum Thema Trauer unterkam (von einer trauernden Witwe erwartet wird) auf den Kopf – und das macht es nicht leicht, wenn es von der Umwelt teilweise als völlig „falsch“ und „verrückt“ und somit außerhalb der Norm (aber gibt es hier eine Norm?) gesehen wird.

Ich möchte Sie dazu ermutigen, Ihren ganz eigenen, für Sie individuell passenden Umgang mit dieser einschneidenden und das Leben verändernden Situation zu finden.

Gerne können Sie mir dazu schreiben unter christina@frischherz.net
Oder wir können darüber reden – persönlich oder per Skype.

    Christina Frischherz
    Mag.a pharm.

    Dipl. Lebens-, Paar- & Sexualberaterin
    Practitioner für Impuls-Strömen®

    Praxis in CH:
    3123 Belp
    Muristrasse 37
    Tel. +41 79 155 84 98

    Praxis in A:
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